
Mit einer Auftaktveranstaltung im Wiesbadener Rathaus hat die Landeshauptstadt am 1. April das Projekt Touched by Art offiziell gestartet. Ziel der Initiative ist es, Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Beeinträchtigung in gemeinsamen Tandems arbeiten zu lassen, kulturelle Teilhabe zu stärken und langfristige Strukturen für Inklusion in der Stadt zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen unter anderem in einer Auktion am 25. Juni und in einer anschließenden Ausstellung gezeigt werden.
Projektstart und Unterstützung
Oberbürgermeister Gert Uwe Mende, der die Schirmherrschaft für das Projekt innehat, eröffnete die Veranstaltung und würdigte das Engagement der Beteiligten und Sponsoren. Das Kernteam stellte das Vorhaben vor, und ein Grußwort des Hauptträgers EVIM Teilhabe gGmbH hob die breite Unterstützung durch Träger der Eingliederungshilfe hervor. Zudem werben bekannte Persönlichkeiten wie Udo Lindenberg, Yayoi Kusama und Gerhard Richter als Botschafter für mehr Sichtbarkeit von Kunstschaffenden mit Behinderungen.
Nach Angaben der Stadt soll das Projekt mehr sein als ein einmaliges Vorhaben. Der Oberbürgermeister betonte, Inklusion beginne mit Begegnung und gemeinsamem Erleben. Kunst könne hierfür Räume schaffen und Brücken zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung bauen.
Arbeitsphase und begleitende Veranstaltungen
Im Zentrum stehen zehn künstlerische Tandems, die aus jeweils einer Person mit und einer Person ohne Beeinträchtigung bestehen. Die Tandems beginnen eine intensive Arbeitsphase in barrierefreien Ateliers im Palasthotel. Vorgesehen sind zwei Blöcke von jeweils vier Wochen im April und im Mai, in denen die künstlerischen Prozesse entstehen.
Die Arbeit wird filmisch dokumentiert, sodass Einblicke in die kreativen Prozesse und die persönlichen Begegnungen möglich werden. Ergänzend ist für den 13. Mai um 17:30 Uhr eine Filmvorführung des Films Zeppelin oben rechts im Caligari Kino Wiesbaden geplant. An dem Filmgespräch wird unter anderem Andreas Winkel, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, teilnehmen.
Als Höhepunkt ist eine Präsentation und Versteigerung der entstandenen Werke am 25. Juni im Museum Reinhard Ernst vorgesehen. Die Auktion erfolgt in Kooperation mit dem Auktionshaus Christies. Die Einnahmen sollen in die nachhaltige Förderung inklusiver Kunstprojekte in Wiesbaden fließen. Anschließend werden die Arbeiten vom 17. Juli bis zum 23. August im Bellevue Saal ausgestellt.
Beteiligte und Zielsetzung
An dem Projekt sind sowohl international bekannte als auch regional arbeitende Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Genannt wurden unter anderem Marion Eichmann, Rene Dantes, Katrin Kampmann, Helge Leiberg, Eva Ohlow, Thomas Reifferscheid, Renata Tumarova, Silvia Willkens, Miriam Vlaming und Susanne Zuehlke. Die Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigung werden von verschiedenen Trägern der Eingliederungshilfe begleitet, darunter EVIM, IFB Stiftung, Facettenwerk, Vitos, Werkgemeinschaft sowie Eigenart die Kunstwerker. Das Programm wird durch ein begleitendes Tandem im Bereich Musik und Literatur ergänzt.
Die Kommunale Inklusionsbeauftragte Andrea Hausy, die die Idee initiiert hat, sieht in dem Vorhaben einen langfristigen Impulsgeber für die kulturelle Entwicklung der Stadt. Sie betont, Inklusion habe für die Stadtgesellschaft einen kulturellen, gesellschaftlichen und menschlichen Mehrwert.
Weitere Informationen sind auf den Webseiten der Stadt Wiesbaden und des Projekts verfügbar. Termine der wichtigsten Stationen sind der 1. April als offizieller Auftakt, die Arbeitsphasen im April und Mai, die Kinoveranstaltung am 13. Mai, die Versteigerung am 25. Juni sowie die Ausstellung vom 17. Juli bis zum 23. August.
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